Sahneschnittenfisch

Ein weiterer Wandertag in Südfrankreich. Frau Komoot bot uns dies und das an, zusammengewürfelte Touren von werten Community-Mitgliedern, diese und jene Runde, doch letztlich entschieden wir uns dafür, einfach ein wenig im visuellen Einzugsgebiet des Mont Sainte-Victoire, (wieder einmal) Cézannes Berg, umherzuwandern.

Das ÖPNV-System ist hier (eigentlich erwartet man das nicht ernsthaft anders) etwas unübersichtlich. Busse fahren, ja, aber nicht immer an den gekennzeichneten Haltestellen, dort wiederum fahren Busse, die dort gar nicht verzeichnet sind, und wer des Französischen nicht mächtig ist, kann sowieso nix nachvollziehen oder überprüfen. Aber irgendwie haben wir auch heute wieder einen Bus erwischt, der uns freundlicherweise am Ausgangspunkt unserer Wanderung abgeliefert hat.
Den ersten Teil der Aufzeichnung, von der Landstraße bis Punkt A, verschlief Frau Komoot, da sie angeregt ins Gespräch mit Olivier aus der französischen Schweiz verwickelt war. Da kann man nichts machen, wenn da erst mal ein netter leidlich Englisch sprechender Französisch-Schweizer um die Ecke kommt, wird selbst Frau Komoot schwach.
Als Olivier gen Gipfel des Sainte-Victoire entschwunden war, taten sich andere visuelle Highlights auf, und immer und immer wieder Cézannes Berg. Der Weg plätscherte dahin, à droite, à gauche, tout droit, manchmal durch einen hübschen Kiefernwald, vorbei am Olivenhain, runter in den Canyon und wieder hoch! Das alles bei vorrangig hübsch-blauem Himmel, aber einem kühlen Misträlchen, der aus dem Rhonetal zu uns wehte.

Ein wenig später trafen wir die französische Ausgabe von Superman. Im Sprachenschlamassel verfangen schien es erst, als habe der nette Franzose an diesem Tag schon eine unmenschliche Anzahl an Kilometern hinter sich gebracht, und ich fragte ihn schon: „So, you are Superman?“ … bis sich herausstellte, dass er dies mit dem Auto getan hatte. Was haben wir gelacht – und das ist das Wichtigste!
Wenig später bot sich die Gelegenheit, die Wassertret-Session vom 15. Februar nachzuholen. So schnell konnte Schweinehund gar nicht kucken wie ich im Wasser war. Allerdings jaulte er umso lauter, als die Wassertemperatur in sein Bewusstsein drang …

Ach, die Franzosen! Die haben ja überall ein kleines Kirchlein oder ein Château, wahlweise ein Aquädukt aus römischen Zeitaltern oder eine Madonna, und derer lagen denn auch einige an Wegesrand (kann man mal so mitnehmen…).

Auch das Ende der Tour konnte Frau Komoot leider nicht aufzeichnen, weil ihr auf den letzten Metern die elektronische Puste ausging (hätte ich mal ’ne Powerbank dabeigehabt…).
Wir erreichten die Landstraße 10 Minuten zu spät für den Nachmittagsbus und so stellte ich mich das erste Mal in meinem Leben an die Straße und versuchte, ein Auto anzuhalten (es ist ja nie zu spät für neue Erfahrungen). Es dauerte nicht lange, da drehte ein nettes französisches Paar extra nochmals um, um uns aufzusammeln und uns nach Aix zu kutschieren. Sehr charmant und freundlich, zumal wir deshalb zu einer sehr Sahneschnitte-freundlichen Zeit im Zentrum landeten und schnurstracks den Sahneschnittentempel No.2 aufsuchten. Es hat sich gelohnt! Deliziösestens!!

Allerdings muss Frau Sahneschnitten-Riederer noch ein wenig an ihrer Freundlichkeit und der ihres Personals feilen. Oder wie meine Schwester sagt: Der Fisch stinkt vom Kopf – auch der Sahneschnittenfisch!

Einen Bembel für all die freundlichen Franzosen, die dieses Land bevölkern. Ihr seid toll!!

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