Der gestrige Tag zog bei wolkig-kühlem Wetter mehr oder weniger ereignislos vorüber. Nur abends hatte ich mir einen Besuch im Tanztheater genehmigt. Zu den beiden Stücken selbst kann man sicherlich geteilter Meinung sein, ich für meinen Teil habe in Bremen schon Stücke gesehen, die mir choreografisch und tänzerisch deutlich besser gefallen haben. Aber gut, es kann ja nicht jeder Tag ein Highlight-Tag sein…
Ansonsten war der Theaterabend etwas skurril. Er begann mit der Karten- und Sicherheitskontrolle am Eingang mit Beep-Automat und allem drum und dran; hätte nur noch das Durchleuchten meines Dascherls gefehlt. Die Franzosen sind ja terrortechnisch deutlich gebeutelter als wir Deutschen bisher, und so sind die Kontrollen z.B. auch in Museen gang und gäbe, also weiter. Nächste Besonderheit: Kurz vor Beginn der Vorstellung kein Mensch (soll heißen: keine Frau) auf den Toiletten. Hiermit eröffne ich den Interpretationsraum…
Von den Franzosen auch nicht gerne genommen: die Garderobe. Alle behielten sie ihre Jäckchen hübsch an und so lungerten die dafür abgestellten Studi-Jobber gelangweilt hinter ihrem Tresen und tippten auf ihren digitalen Endgeräten rum. Die Jacken und Mäntel indes stapelten sich später auf den nicht besetzten Plätzen – da wären Garderobenmarken dann durchaus angebracht gewesen.
Und dann: Es gab ausschließlich ungerade Nummern an den Sitzen. Ich saß auf Platz W19 und neben wir waren die Plätze W17 und W 21. Dass es aus wenig nachvollziehbarem Aberglauben mal keine 13 gibt, okay, aber gleich gar keine GERADEN Zahlen? Auf DIE Erklärung wäre ich mal gespannt.
Dann begann das Stück, das Licht ging aus, der Vorhang auf … nach 25 Minuten wieder zu und das Licht wieder an – Pause!! Äähhh…, echt jetzt?! Das dachten sich wohl auch alle anderen, denn es entstand erst ein kleiner Tumult und dann GING tatsächlich KEIN MENSCH in die Pause (deswegen kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Toiletten in der Pause auch nicht besser frequentiert waren).
Schweinehund und ich hatten uns schon auf ein Gläschen Sprutzelwasser gefreut, aber wir wollten auch nicht als Streikbrecher ausgebuht werden bzw. die ganz Reihe W aufscheuchen (die von 1 bis 59 ging), also blieben wir brav sitzen. Nach etwa 20 Minuten ging es weiter und es folgte ein zweites Stück von 45 Minuten, so dass wir insgesamt dann doch auf knappe eineinhalb Stunden kamen. Bei einem Kartenpreis von 35 Euro sind das 50 Cent netto pro Tanzminute. Nicht schlecht!!