Abraumhalden

Heute Morgen fühlte ich mich deutlich besser und so beschloss ich, das Angebot meiner Wirtin, noch eine Nacht zu bleiben, nicht in Anspruch zu nehmen, sondern nach der Blog-Schreiberei zur Ascher Hütte aufzubrechen. Da meine Genesung jedoch noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen war (und auch, weil es im Tal schon wieder unerträglich heiß war), nahm ich Schweinehunds und Frau Komoots Vorschlag gerne an und bemühte die Bergbahn zum Panorama-Restaurant in 1.800 Meter Höhe. Von dort waren es dann nur noch 1 1/2 Stunden bis zur Ascher Hütte.

Das Ticket war dankenswerterweise in der Kurkarte (die ich durch meine Übernachtung in See erworben hatte) inkludiert. Offenbar machen die hier im Winter so viel Kohle mit ihren Schifahrern, dass sie es im Sommer nicht nötig haben, was für den Transport zu verlangen.

Der Blick von oben zeigte einerseits das enge Paznauntal, andererseits den Rückblick auf das wunderschöne Verwall.

Oben war‘s temperaturtechnisch recht angenehm, dafür schmerzten die Augen. Ich war mitten im Schigebiet gelandet, mit Bergen, die aussehen wie Abraumhalden, dahingeschaufelten Ziehwegen und natürlich Lift-und Schneekanonen-Installationen. Nicht schön, gar nicht schön!

Auf dem Weg meinte ich schon, vom Berg widerhallendes Donnergrollen zu vernehmen, doch dann waren‘s Bagger, die da oben das Erdreich hin- und herschieben, damit‘s die Schifahrer im Winter auch recht angenehm haben. So ein gott- und natur-gegebener Berg bietet halt nicht immer automatisch geschmeidige Pisten, schon gar keine Zieh-Verbindungswege, die aus denn eh schon 864 Kilometern zusammenhängende Pisten 870 machen.

Immerhin hatte ich heute Nachmittag noch etwas Zeit zur Erholung und zum Schreiben dieser Zeilen – sogar ein wackeliges Netz haben wir hier – es ist also nicht alles schlecht.

Trotzdem weiß ich jetzt nicht so recht, wer HEUTE eigentlich einen Bembel verdient haben soll. Seit langem mal wieder ein Bembel-loser Tag. Morgen wird‘s besser!

Hinterlasse einen Kommentar