Einsamkeit

Heute Morgen war’s richtig schwer. Ob das nun an den Zoigls, den gefühlt geflogenen letzten 10 Kilometern oder aber dem Zimmerpreis im „Flair-Hotel“ Grader (den Preis hatte ich GAR nicht im Blick; so viel Flair kein ein Hotel gar nicht haben) lag, lässt sich nicht mehr abschließend beurteilen. Jedenfalls jaulte Schweinehund nach Fuß- und Pfotencreme („wohltuende Einreibung bei müden, schweren Beinen“) und ich flitzte noch mal eben in die Apotheke. Sein Wunsch ist mein Befehl! Und wieder einmal kamen wir erst spät los auf die 27 km Richtung Leuchtenberg.

Flugs noch ein Kerzlein entzündet in der Klosterkirche Sankt Felix – für alle Kranken unter uns und die, die es sonst brauchen können – und dann wieder ab auf den Goldsteig. Der hat übrigens seinen Namen von alten Salzsäumerpfaden, auf denen das „weiße Gold“ (Salz) von der Donau nach Böhmen transportiert wurde.

Heute bestand der Goldsteig aus einem recht unspektakulären Feldwaldwiesenmix sowie kleineren Ortschaften mit bunten Häuschen und herausgeputzten Kirchlein. Und ständig ging es auf und ab, so dass Frau Komoot am Ende 680 Höhenmeter dokumentiert hatte.

In dem kleinen Örtchen Wilchenreuth stand alles zum Besten. Kirchlein und Gärten waren gut in Schuss. Ein Einwohner fragte übern Gartenzaun, ob ich zum Helfen käme, es gebe Unkraut aus den Fugen der Knochensteine in seiner Einfahrt zu kratzen. Verlockend, aber nein, ich lehnte ab.

Ich traf noch zwei weitere Menschlein, einen Wanderer (der fit wie er war an mir vorbei zog) und einen Radfahrer (der sowieso schneller war). Es ist ganz schön einsam geworden auf dem Goldsteig – wenig Wandervolk unterwegs – und so hatte ich heute den ganzen Tag ein Hörbuch auf den Ohren. Prompt verpasste ich einige Male den Abzweig und musste umkehren – kopfschüttel.

Kleines Highlight auf der Strecke: Eine hübsche kleine Kapelle, auf einem hübschen kleinen Hügel, wie es das möglicherweise nur in Bayern gibt.

Auch auf einem Hügel liegt Leuchtenberg, wo ich heute übernachte. Eine Burg, eine Kirche, ein paar Häuser (morgen gibt’s hoffentlich noch ein paar Fotos) und die Gaststätte/Pension Maier, die wo heute zwar Ruhetag, mir aber dennoch ein Zimmerchen offeriert hat. Das extra für mich gebratene Schnitzel wurde aufs Zimmer serviert. Auch hier: Oberpfälzische Einsamkeit.

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